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Liederbuch“Kommt und singt - Liederbuch für die Jugend”

Ebinger, Thomas; Knapp, Damaris; Widmann, Frank und Lorenz, Andreas (Herausgebende): Kommt und singt! Liederbuch für die Jugend. Gütersloher Verlagshaus 2015.

Preis: 17,99 €

In einem frischen petrol liegt das grundlegend neu überarbeitete Liederbuch „Kommt und singt! Liederbuch für die Jugend“ in der Hand. Zu hoffen bleibt, dass der Einband höhere Stabilität aufweist, als der der letzten Auflagen.

Das Liederbuch umfasst insgesamt 751 Seiten. Untergliedert ist das Buch in zwei Teile: Der erste Teil beinhaltet die Lieder, der zweite Teil die Psalmen und Gebete (ca. 90 Seiten Umfang). Das im Liederbuch ausgewählte Liedgut enthält ein breites Spektrum, so dass das Liederbuch sowohl in der Schule, als auch im Kindergottesdienst ganzjährig eingesetzt werden kann: Unterschiedliche Themengebiete, wie auch das Kirchenjahr sind in großer Fülle aufgestellt und durch klassische, sowie neue Lieder repräsentiert. Die Lieder sind durchgängig mit Noten und den passenden Gitarrengriffen versehen, so dass sowohl die Lehrkraft, als auch die SchülerInnen die Lieder mit Instrumenten im Religionsunterricht begleiten können. Zum Einüben und Mitsingen der Lieder erscheint Anfang 2016 eine CD zum Liederbuch, so dass auch neue Lieder mit der Klasse schnell und einfach gelernt werden können.

Kleine Zeichnungen und ausgewählte Kunstbilder ergänzen das Liederbuch. Durch die Kunstbilder werden die SchülerInnen direkt angesprochen. Sie laden spontan zum genauen Betrachten, Nachdenken und Theologisieren ein. Um ein freies Assoziieren der SchülerInnen zuzulassen, wäre es allerdings hilfreich gewesen, die Kunstbilder ohne Titel abzudrucken. Auf weiteren ausgewählten Seiten hat das Autorenteam kleine Zwischentexte hinzugefügt: Diese erklären einen Sachverhalt, enthalten eine Hintergrundinformation zum Lied oder Autor des Liedes, repetieren den biblischen Text, auf dem das Lied basiert oder geben bspw. einen Bewegungsvorschlag zum Lied.

Die Psalmen im zweiten Teil des Liederbuches sind für die SchülerInnen übersichtlich dargestellt: Entweder sind die Verse ein- und ausgerückt, oder es gibt einen Kehrvers mit einem Teil I und II. Ebenfalls gibt es zu einigen Psalmen einen Leitvers zum Singen, so dass das Sprechen eines Psalms unterschiedlich erlebbar gemacht werden kann. Die Psalmen sind z.T. in der Lutherübersetzung und teilweise in vereinfachter Sprache abgedruckt. Ergänzend zu den Psalmen wurden in derselben Form die Seligpreisungen und der Lobgesang der Maria aufgenommen. Eine Vielzahl an Gebeten, Gestaltungs- und Liturgievorschlägen erweitern den zweiten Teil des Liederbuches. Komplettiert wird er durch vielfältige Formen des Segens und Segensritualen.

Im Liederbuch kommt das religionspädagogische Konzept des Theologisierens zum Tragen: Die SchülerInnen werden durch die Lieder, aber ebenso durch die Zwischentexte, sowie die Kunstbilder zum Nachdenken angeregt. Die Lieder können als Ritual eingesetzt werden, ebenso bei theologischen Gesprächen. Die SchülerInnen haben die Möglichkeit ihre eigenen Fragen einzubringen und sich bspw. kreativ mit den Liedern auseinanderzusetzen. Darüber hinaus bietet das Liederbuch einen Ansatz zum performativen Lernen: Den SchülerInnen wird durch Singen, Beten, Rituale usw. religiöse Erfahrung ermöglicht. Dieser folgt dann eine reflexive Auseinandersetzung. Die SchülerInnen werden dadurch zu religiösem Handeln ermutigt.

Das Autorenteam hat das Liederbuch grundlegend überarbeitet: Herausgekommen ist eine gelungene Zusammenstellung von altem und neuem Liedgut (z.B. „Einfach spitze“ S. 193). Klassiker aus dem Gesangbuch fehlen dabei nicht (z.B. „Macht hoch die Tür“ S. 14). Ebenso finden sich einige neu komponierte Lieder in der Auswahl (z.B. „Himmelfahrt ist Feiertag“ S. 152).

Meines Erachtens ist das Liederbuch „Kommt und singt! Liederbuch für die Jugend“ eine sehr empfehlenswerte Schatzkiste (Liederbuch inkl. Liturgie- bzw. Gebetsbuch) für den Religionsunterricht, die Lust auf Singen macht. Durch die übersichtliche und ansprechende Gestaltung motiviert das Liederbuch die SchülerInnen sofort zum Durchzublättern, Entdecken und Lossingen, sowie gezielt im Inhaltsverzeichnis nach Bekanntem zu suchen.

Karin Hank, Studienleiterin

 

Hans Schmid/Winfried Verburg (Hrsg.)
„Gastfreundschaft – ein Modell für den konfessionellen Religionsunterricht der Zukunft“ -
Deutscher Katechetenverein e.V., München 2010

1. Das Problem wird immer drängender: Wie kann der konfessionelle RU aufrechterhalten werden, wenn ihm die Schüler ausgehen ? Dass keine Religionsgruppen mehr zustande kommen, ist zunehmend an vielen Orten und vor allem in einzelnen Schularten der Fall. Aufbauend auf 10 Thesen Hans Schmids in den Katechetischen Blättern 135/2010 haben die beiden Herausgeber vorwiegend katholische Autoren eingeladen, die Möglichkeiten ihres Vorschlages zu erkunden. Aber auch die Ev. Theologie (Prof. Ritter), jüdische Religionslehre und Islamwissenschaft sind vertreten.

 2. Das Buch wirbt dafür, die für den katholischen RU grundlegende konfessionelle Trias von Lehrer, Schüler und Stoff zu erweitern durch das Prinzip der Gastfreundschaft für andere und bei anderen Konfessionen, wenn eine Religionsgruppe in der eigenen Konfession nicht zustande kommt.

a) Die Metapher „Gastfreundschaft“ wird zunächst grundsätzlich und biblisch-theologisch angegangen. Der Gast bleibt nicht für immer, er ist auch nicht Herr des Hauses, aber er kann zur Gabe werden, so wie Christus in der Emmausgeschichte beim Brotbrechen selber zur eigentlichen Gabe wird.

b) Es folgen praktisch-religionspädagogische Erwägungen im Blick auf verschiedene Schüler-Kombinationen unter Einbeziehung auch muslimischer Kinder. Dabei spielt aus katholischer Sicht das Ziel der Beheimatung in der (röm.-kath.) Kirche eine kritische Rolle: Überfordert man damit den RU nicht ? Näher liegt daher der Rückgriff auf den Sprachgebrauch der ev. Denkschrift „Identität und Verständigung“(1994): Es kommt in jedem Fall darauf an, im Umgang mit den Gästen oder als Gast in einem anderen Haus die eigene religiöse Identität überhaupt erst auszubilden. Nicht nur im Befragen und Beantworten werden Kenntnisse über die eigene Zugehörigkeit erworben, das „Dabeisein“ ermöglicht es auch, die Erfahrung eines (mindestens durch die Lehrperson)  authentisch vertretenen Glaubens mit dem didaktisch geforderten Perspektivwechsel zu verbinden: performative und reflexive Vollzüge im RU reichen sich gewissermaßen die Hand.     

c) Es ist klar, dass Religionslehrer entsprechende Kompetenzen für den Umgang mit dieser Situation und im Blick auf die andere/n Konfession/en erwerben müssen. Obwohl in den meisten Beiträgen von dem Verhältnis „ev.-kath.“ ausgegangen wird, bezieht das Buch insgesamt die Perspektive auf den Islam mit ein.

d) Dies alles wirft freilich auch die Frage nach dem möglichen Missbrauch durch geplagte Schulorganisatoren auf. Vielleicht lässt sich ja mit dem Gästestatus die eine oder andere Religionsgruppe vermeiden ? Damit wären auch Lehrer gespart ! Das kann natürlich nicht der Sinn der Sache sein.

Noch viel weniger darf eintreten, was die Schwäche bei dem Modell des LER ausmacht: dass die Beziehung zum gelebten, authentisch vertretenen Glauben in eine Art neutraler Religionskunde verflacht. 

3. Wie nimmt sich dieser Vorschlag in der Praxis des Unterrichts aus ? Dazu werden u.a. praktische Unterrichtsmodelle für vier verschiedene Schularten skizziert, die zur Erprobung (gerade im Gymnasium) reizen.

4. a) Die Stärke des Vorschlags von Hans Schmid liegt darin, dass er die konfessionellen Unterschiede nicht auflöst, sondern produktiv einsetzt.

b) Entscheidend für das Gelingen eines Unterrichts mit (nicht nur zufälligen) Gästen bleibt aber die Frage nach der theologischen und pädagogischen Kompetenz der Unterrichtenden: Haben sie selbst wahrgenommen, dass evangelische und katholische Theologie im Ansatz von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen – nämlich im einen Fall von dem sich ereignenden Wort Gottes ubi et quando visum est Deo und im anderen Fall von der sakramentalen Heilsmächtigkeit der Kirche ? Können sie die Wirkmächtigkeit ihrer eigenen Herkunft soweit in ihrer Unterrichtsgestaltung verfolgen, dass sie dies auch in dem anderen Weg der Erschließung des Evangeliums für unsere Weltdeutung aufspüren können ?

c) Gibt dieses Modell Vorwände, um die Stellung des konfessionellen RU im Gegenüber der Kirchen zu den staatlichen und kommunalen Institutionen zu schwächen und damit gerade den Gewinn aus seiner Vielgestaltigkeit zu verspielen ? Warum, so werden viele Eltern und Schulorganisatoren fragen, überhaupt noch getrennter RU ?

d) Nicht zu Ende gedacht erscheint mir die Einbeziehung des Islam. Welche institutionellen Folgen hat das ? Kann man ein ev.-kath. Gastverhältnis mit der Gastfreundschaft gegenüber dem Islam und dem gastweisen Besuch des Islamunterrichts vergleichen ?  

 

Insgesamt macht dieses vielseitig anregende Buch Lust darauf, „Gastfreundschaft“ im RU bewusst zu intensivieren und auszuprobieren. Was sich dadurch entwickelt und verändert, wären dann Erfahrungen, die nicht nur aus der Not geboren sind. (Harald Klemm 15.12.2010)

 

Gert  Buschmann, Manfred L. Pirner

Werbung,  Religion, Bildung
Kulturhermeneutische, theologische, medienpädagogische  und religionspädagogische Perspektiven.

GEP, Frankfurt  a. M. 2003
ISBN 3-932194-66-7
280 Seiten, 21,80 Euro

Uwe Böhm und  Gerd Buschmann, evangelische Religionspädagogen an der Pädagogischen  Hochschule Ludwigsburg, sind auf das Phänomen religiöser Werbeelemente  bei ihren Arbeiten über Religion in der Popkultur gestoßen. Ihre  Lehramtsstudierenden und Referendare sollen sich selbstverständlich  mit den popkulturellen Phänomenen auseinander setzen. "Werbung prägt  unsere Gesellschaft grundlegend", erläutert Buschmann. "Mittlerweile  nehmen vielleicht Jugendliche und junge Erwachsene Religion mehr  über die Popkultur wahr als über die traditionellen christlichen  Angebote." Im Religionsunterricht könnten die Schüler Werbeplakate  zunächst betrachten, ergänzt Böhm, um dann von den Bildelementen  ausgehend die Textelemente zu erschließen. "Ich bin oft überrascht,  dass die Schüler zwar alle Bild , aber nicht alle Textelemente entdecken",  sagt Böhm. Doch erst durch die Zusammenschau von Bild und Text entstehe  die Botschaft, bei der im Religionsunterricht zu fragen sei, inwieweit  sie eine religiöse Dimension enthalte.