Bericht von der
Delegiertenversammlung der fg am 16. Oktober 2010
im Haus Birkach

1. “Humanistische Bildung und reformatroische Erkenntnis -
  Melanchton - der andere Wittenberger Reformator”

Bericht über den Vortrag von Prof. Dr. Thaidigsmann, Schwäbisch Hall auf der Delegiertenversammlung im Haus Birkach

I
n seinem Vortrag stellte Prof. Dr. Thaidigsmann zunächst Melanchton Martin Luther gegenüber. Luther war die Suche nach einem gnädigen Gott, einem Weg, dem Buße und Heilung wichtig, so Thaidigsmann. Luthers Weg führt aus der Welt hinaus ins Kloster und dann wieder aus dem Kloster heraus, aufgrund der neuen Erkenntnis der Gerechtigkeit Gottes.

Melanchton wollte dagegen die Welt entbarbarisieren und humanisieren. In der Begegnung mit Luther trifft, so Thaidigsmann, das Streben nach humanistischer Bildung und die reformatorischer Erkenntnis aufeinander.

Prof. Dr. Thaidigsmann zeichnete einen historischen Bogen der verschiedenen Strömungen der Zeit Melanchtons und Luthers auf. Um 1500 ist das Weltverständnis im Umbruch - die Menschen treten aus der einheitlichen Welt des Mittelalters: Humanisierung, Globalisierung, sowie die Kritik an der verknöcherten Scholastik; dem sich Verlieren in Spitzfindigkeiten setzt ein. Ganzheitliches soll gefördert werden mit dem Ziel: zurück zu den Quellen um vorwärts zu kommen. Von den Prof. Dr. Edgar Thaidigsmann und 
Kurt Schatz, Vorsitzender der fgQuellen aus sollen die Autoritäten befragt werden.

Der Wunsch, der sich im Humanismus entwickelt hat und den Melanchton vertrat war, gut und ansprechend reden zu können. Hierzu müssen verschiedene Sprachformen geübt werden. Gutes will gut gesagt werden, deshalb gilt als Anspruch, dass der Mensch ein sprachlich verfasstes Wesen sei.

Für den Humanismus ist der Verstand an die Sprache gebunden. Wichtiger hierzu vor dem Latein ist das Griechische. Der Mensch wird in seinen Affekten und Leidenschaften durch die Sprache ergriffen.

Melanchtons reformatorische Erkenntnis ist, der Erkenntnis der Schrift zu folgen. Gott ist kein abstrakter menschenloser Gott: Gott hat mit den Menschen zu tun. Es ist für Melanchton  notwendig Gott in Christus zu erkennen - Christus erkennen heißt, seine Wohltaten erkennen.

Prof. Dr. Thaidigsmann setzte seinen Ausführungen noch einige Überlegungen hinzu, über die Frage, was Melanchton heute für Impulse setzten kann:

Melanchton macht nach Auffassung von Prof. Dr. Thaidigsmann aufmerksam auf die Bedeutung der Sprache - wir Menschen sind ein Echo davon, wie wir von Kindesbeinen an angesprochen wurden und werden. Natur und Welt wollen richtig und gut angesprochen werden - umso besser und differenzierter wird der Austausch über die Welt; Vernehmen von Sprache und das präzise Sprechen-Können sind besonders wichtig.

Authentisches Sprechen, keine Scheinwelt, schafft Freiheit und Frieden. Auch das Darstellen und Sagen können der Sache sind wichtig.

Melanchton, so Prof. Dr. Thaidigsmann schließlich, macht aufmerksam, dass wir mitten in allem vom Evangelium angesprochen sind: In uns ist ein Bild, dem wir genügen sollen. In der Krise kann uns das eigene und das andere Leben neu aufgehen.

 

2. Die gewählten Delegierten und die Ziele der fg

In diesem Jahr fanden in der fg die Delegiertenwahlen statt. Alte und neue Delegierte wurden vom Vorsitzenden Kurt Schatz auf der Delegiertnverswammlung herzlich begrüßt.
Am Nachmittag der Delegiertenversammlung wurde sehr engagiert über die vom Vorstand
erarbeiteten Zielvereinbarungen für die fg diskutiert. Aus dem Kreis der Delgierten kamen wichtige Impulse für die Formulierung und die geplante Umsetzung der Ziele, die vom Vorstand in den nächsten Sitzungen in die Vereinbarung eingearbeitet werden müssen.

Zum Gruppenbild versammelten sich die anwesenden Delegierten im Haus Birkach:

 

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