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Stellungnahme und offener Brief der fg zum Schulpapier der Landeskirchen
Adresaten:
Oberkirchenrat Werner Baur Präsidentin der württembergischen Landessynode Frau Dr. Christel Hausding Vorsitzender des Ausschusses Jugend und Bildung Herr Dekan Harald Klingler Ausschussmitglieder „Jugend und Bildung“ Vorsitzende der synodalen Gesprächskreise
Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat Baur,
bei unserer Delegiertenversammlung am 21. November 2009 haben wir uns als fg mit dem Schulpapier der Badischen und Württembergischen Landeskirche inhaltlich und kirchenpolitisch bzw. gesellschaftspolitisch auseinandergesetzt.
Wir hatten Vertreter der Gesprächskreise der Württembergischen Landessynode eingeladen. Als Vertreter der Gesprächskreise konnten an unserem Gespräch Frau Hanna Fuhr, Herr Friedemann Stöffler, Herr Werner Stepanek, sowie Frau Oberstudiendirektorin Sonja Spohn als Rektorin und Vertreterin des Schulbundes bzw. der Evang. Schulen teilnehmen.
Als Vertreter der Kirchenleitung war KR Wolfgang Kalmbach (Dez. 2) Gesprächspartner.
Unser Delegierter, Herr Dr. Uwe Böhm, brachte die Sichtweise der Päd. Hochschulen bzw. Seminare in die Diskussion mit ein.
Prof. Dr. Hartmut Rupp führte in Vertretung von Prof. Scheilke umfassend in die Thematik des Schulpapiers ein.
In einer sehr lebhaften und durchaus auch kontrovers geführten Diskussion wurde deutlich, dass der Informationsstand an der Basis im Blick auf das Schulpapier der Kirche sehr unterschiedlich ist. Einige Delegierte teilten mit, dass an ihren Schulen das Schulpapier der Kirche noch völlig unbekannt sei.
Kritische Anmerkungen gab es auch zum Veröffentlichungszeitpunkt, der von vielen als überraschend und unvorbereitet bezeichnet wurde. Auch wurde nachgefragt, weshalb die Katholische Kirche nicht mit ins Boot geholt wurde.
Als Hauptergebnis unserer Beschäftigung mit dem Schulpapier möchten wir Ihnen unsere grundsätzliche Unterstützung in den Hauptanliegen des Schulpapiers signalisieren.
- Wir verstehen das Schulpapier als wichtigen Beitrag für alle Bemühungen um mehr Bildungsgerechtigkeit.
- Wir teilen die Bemühungen Angebote zum längeren gemeinsamen Lernen zu ermöglichen.
- Wir halten Schulmodelle von Ganztagsschulen in gebundener und offener Form für wichtige Angebote, deren Ausbau wir voll und ganz unterstützen. Evangelische Schulen haben hier eine wichtige Aufgabe als Vorreiter mit gutem Beispiel voranzugehen.
- Wir setzen uns bei unseren Mitgliedern dafür ein, dass sie sich an der Schulentwicklung ihrer Schule vor Ort aktiv und konstruktiv beteiligen.
- Wir weisen darauf hin, dass kirchliche Lehrkräfte in den unterschiedlichen Bereichen der Schulentwicklung nur nachhaltig mitwirken können, wenn Deputatsanrechnungen möglich gemacht werden.
- Unsere Lehrkräfte brauchen weiterhin breite Fortbildungs- und Unterstützungsangebote, zum Beispiel in den Bereichen Umgang mit verstärkter Heterogenität, Inklusion und individuellem Lernen.
- Im Gespräch mit den staatlichen Stellen erhoffen wir uns konstruktive und weiterführende Ergebnisse.
- Wir unterstützen alle Bemühungen der Kirchenleitung um die Verbesserung und Stärkung der Ausbildung an den Hochschulen.
Die Freude am Fach Religion muss bei den kirchlichen und staatlichen Religionslehrkräften durch ein Bündel von Unterstützungsmaßnahmen und Wertschätzung seitens der Kirchen weiterhin gestärkt werden: Die Arbeitsbedingungen der Religionslehrkräfte dürfen nicht weiter verschlechtert werden. Der zeitliche Druck auf alle Lehrkräfte hat so stark zugenommen, dass zum Beispiel viele Lehrerinnen und Lehrer sich nicht mehr in der Lage sehen, notwendige Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Der Religionsunterricht muss als Teil der landeskirchlichen und kirchengemeindlichen Arbeit gestärkt werden.
Die Synode muss die Bedeutung des Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen unseres Landes als wichtigen Beitrag zu religiösen Erziehung in einer zunehmend entkirchlichten Welt immer wieder neu wahrnehmen und auch in finanziell schwierigen Zeiten bereit sein, finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Denn: Über den Religionsunterricht können wir als Kirche noch immer die Mehrheit der jungen Menschen in unserer Gesellschaft erreichen und werden unserer Bildungsmitveranwortung gerecht.
Für die einhellige Zustimmung der Landessynode zum Schulpapier sind wir dankbar.
Als fg bieten wir unsere Unterstützung bei alle Ihren Bemühungen an, den Religionsunterricht an den Schulen zu stärken.
Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen
Für die Delegierten und den Vorstand der fg
Die Vorsitzenden
Kurt Wolfgang Schatz, Monika Henschke
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